In der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikfertigung schreibt die EU-Verordnung EG 178/2002 beziehungsweise die ADR für Arzneimittel eine Chargencodierung mit GS1- und UDI/EUDAMED-Standards vor. Jede Charge erhält einheitliche Nummern, die Fertigungsdatum, Produktionslinie und Losgrößen dokumentieren. Rückrufe werden zielgerichtet durchgeführt, Qualitätssicherung und Produkthaftung optimiert. Das FIFO-Prinzip unterstützt durch CIJ-, TIJ-, Laser- und Thermotransferdruck sowie QR-Codes und RFID effiziente Lagersteuerung, automatisierte Datenerfassung und Industrie-4.0-Vernetzung. Diese Kombination erhöht Transparenz, verringert Ausfallzeiten und fördert Digitalisierung.
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Alle Artikel einer Charge erhalten identischen Code für Rückverfolgung

FM Kanister variable Daten (Foto: b+b Automations- und Steuerungstechnik GmbH)
Produkte, die in einem definierten Zeitraum unter gleichen Herstellungsbedingungen gefertigt wurden, bilden eine Charge. Durch Chargencodierung erhalten alle Einheiten dieser Charge einen identischen alphanumerischen Code, der unmittelbar auf die Verpackung oder das Produkt selbst appliziert wird. Anders als bei individuell serialisierten Artikeln ist der Code für alle Chargenmitglieder konstant, umfasst meist Fertigungsdatum, Produktionsort und ergänzende Qualitätskennzeichnungen und erlaubt eine präzise Nachverfolgung, vereinfacht Rückrufe, optimiert Lagerrotation nach FIFO und unterstützt Compliance.
Verbraucherschutz gestärkt durch zielgenaue Chargencodierung und effizienten direkten Produkt-Rückruf
Die Chargencodierung erlaubt im Notfall eine exakte Identifikation einzelner Produktionschargen und einen gezielten Produktrückruf. Firmen vermeiden damit pauschale Rücknahmen und senken den logistischen Aufwand sowie die damit verbundenen Kosten. Jeder Charge ist ein eindeutiger Code zugewiesen, der Fertigungsdatum, Losnummer und Produktionsparameter enthält. Diese Transparenz unterstützt die Qualitätssicherung und behördliche Kontrollen. Endverbraucher profitieren durch verbesserten Gesundheitsschutz, während Unternehmen Haftungsrisiken verringern und ihre Betriebskontinuität schützen. Diese Strategie verbessert Effizienz, Image und Compliance.
Lückenlose Dokumentation von Chargen sorgt für Rechtssicherheit und Effizienz
Mit Chargencodierung wird permanent verzeichnet, welche Rohstoffchargen an welchem Datum verarbeitet wurden, auf welchen Maschinen und mit welchem Format die Arbeitsgänge durchgeführt wurden und welche Versandziele angesteuert wurden. Diese lückenfreie Dokumentation schafft Klarheit bei Qualitätsprüfungen, vereinfacht Due-Diligence-Prozesse und optimiert den Materialfluss gemäß FIFO-Regel. Als Ergebnis werden Lagerbestände dynamisch angepasst, Verfallszyklen zuverlässig überwacht und ungeplante Produktionsstopps deutlich reduziert. Darüber hinaus steigert die Rückverfolgung die Compliance bei Audits und fördert datenbasierte Entscheidungsprozesse.
Fehlende Chargencodes können Bußgelder und Verkaufsverbote nach sich ziehen

STS T Karton Chargencodierung (Foto: b+b Automations- und Steuerungstechnik GmbH)
Nach EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 muss jeder Verarbeitungsschritt in der Lebensmittelindustrie hinsichtlich seiner Herkunft rückverfolgbar sein. Die EU-Richtlinie 2011/62/EU ergänzt für Arzneimittel die Chargenkennzeichnung um individuelle Serialnummern, um Fehlchargen gezielt aufzuspüren. Medizinprodukte bedürfen einer Unique Device Identification und Eintrag in die EUDAMED-Datenbank. In der EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 ist eine eindeutige Chargencodierung verpflichtend. Missachtungen können mit Bußgeldern und Verkaufsverboten geahndet werden. Unternehmen riskieren Sanktionen, rechtliche Folgen und nachhaltige Reputationsschäden im internationalen Handel.
Thermotransferdruck liefert kontrastreiche Etiketten, Laserkennzeichnung sorgt für dauerhafte Langlebigkeit
Niedertemperatur-Inkjetsysteme (CIJ) ermöglichen hohe Druckgeschwindigkeiten auf diversen Oberflächen durch schnelle Trocknung der Tintentropfen. Thermal-Inkjet-Druck (TIJ) punktet mit pixelgenauer Applikationstechnologie für detailreiche Markierungen auf Papier und Karton. Die Laserkennzeichnung garantiert durch fokussierte Strahlen permanent lesbare, abriebfeste Codes ohne Verbrauchsmaterial. Thermotransferdruck (TTO) arbeitet mit Farbbändern, um kontraststarke Barcodes und Daten auf flexiblen Folien und Etiketten abzubilden. Ausschlaggebend sind Materialcharakteristika, Produktionsvolumen, Druckqualität und Haltbarkeitsansprüche. Zudem spielen Prozessintegration, Reinigungskosten, Umweltauflagen sowie Energieverbrauch eine Rolle.
Echtzeitdaten in ERP-Lösungen minimieren manuelle Fehler und optimieren Produktionsqualität
Die GS1-basierte Chargencodierung bildet die Grundlage für vernetzte Produktionsumgebungen. Ergänzt durch UDI und die EUDAMED-Registrierung erfüllt sie präzise regulatorische Auflagen im Medizinbereich. Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2015 verlangt eine vollständige Datenhistorie. In modernen ERP-Systemen fließen alle Chargendaten automatisiert zusammen, lassen sich mit skalierbaren IIoT-Sensoren verknüpfen und vorausschauend analysieren. Dadurch entstehen digitale Zwillinge des Herstellungsprozesses und Dashboards, die in Echtzeit prägnant handlungsrelevante KPI-Kennzahlen und Trends transparent, intuitiv visualisieren.
Kontaktlose RFID-Erfassung und QR-Codes steigern Effizienz in modernen Produktionslinien
QR-Codes bieten die Möglichkeit, neben einfachen Produktinformationen auch umfangreiche Zusatzdaten wie Recyclinghinweise, Temperaturhistorie oder Lieferantendetails in codierter Form zu übertragen. RFID-Tags ermöglichen dabei eine nahtlose, kontaktlose Identifikation, selbst wenn das Etikett nicht direkt sichtbar ist. Kombiniert in einem intelligenten Digitalframework schaffen diese Techniken ein essenzielles Modul für Smart Manufacturing, das Produktionsdaten in Echtzeit sammelt, Durchlaufzeiten verkürzt, Bestände automatisiert steuert und die Gesamtproduktivität messbar erhöht.
GS1-konforme Chargencodierung gewährleistet lückenlose Compliance, höchste Qualität und Produktionssicherheit
Chargencodierung liefert lückenlose Rückverfolgbarkeit und ermöglicht exakte Dokumentation aller Fertigungsschritte. Durch GS1-konforme Codes in Kombination mit CIJ-, TIJ- oder Laserkennzeichnung werden Chargeninformationen direkt auf Produkthüllen und Verpackungen festgehalten. QR- und RFID-Technologien automatisieren Datensammlungen, verknüpfen Maschinenparameter mit Rohstoffchargen und beschleunigen Fehleranalysen. FIFO-orientierte Lagerführung reduziert Verderb, minimiert Ausschuss und gewährleistet termingerechte Belieferung. So entsteht eine robuste Qualitätsmanagement-Architektur, die regulatorische Vorgaben erfüllt und Geschäftsrisiken nachhaltig senkt. Sie unterstützt strategische Produktionsplanung, fördert Compliance-Reporting und stärkt Wettbewerbsposition.

