Branche verzeichnet bundesweit niedrigsten Füllstand seit 2011 im Gassektor

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Als zentraler saisonaler Ausgleichspeicher im Gasnetz von Rheinland-Pfalz stellt Enovos in Frankenthal 88 Millionen Kubikmeter Lagerkapazität bereit. Der Speicher umfasst zwei Tiefenhorizonte auf 700 und 1000 Metern, die sich über 2,5 mal ein Kilometer erstrecken. Aufgrund negativer Spread-Werte zwischen Sommer- und Winterpreisen steht er im Sommer leer, da Einspeicherungen unwirtschaftlich sind. Diese große Pufferfunktion ermöglicht bei Bedarf eine zügige Umschichtung von Gasmengen und sichert damit bundesweit die Versorgung im Winter.

Enovos Speicher Frankenthal bleibt unbefüllt wegen mangelndem Marktanreiz aktuell

Der Betreiber Enovos meldet einen Arbeitsgasfüllstand von 0 Prozent im Frankenthaler Untertagesspeicher, obwohl die Kapazität üblicherweise zu über zwei Dritteln belegt wäre. Der Grund liegt in der gegenwärtig geringen oder negativen Differenz zwischen Sommer- und Wintergaspreisen. Potenzielle Nutzer verzichten daher auf Buchungen, da sich das Einlagern wirtschaftlich nicht rechnet. Aus diesem Grund hat bisher keine Einspeicherung stattgefunden. Die leeren Kavernen beeinflussen nun die saisonale Gasversorgung und strategische Planungen.

Negativer Spread verhindert profitables Einlagern von Gas für Wintermonate

Aus wirtschaftlicher Sicht führt der negative Spread zwischen Sommer- und Wintergaspreisen zu einer fehlenden Margenperspektive. Da der Preis im Winter nicht ausreichend über dem im Sommer liegt, lässt sich durch saisonale Einlagerung kein relevanter Gewinn erzielen. Dieser Umstand verringert die Buchungsbereitschaft von Speicherbetreibern, so dass viele Untertagesspeicher in der warmen Jahreszeit ungenutzt bleiben und potenzielle Versorgungsreserve bei Kälteeinbrüchen geringer ausfällt. Damit verschärft sich das Risiko für Engpässe im Winter deutlich.

Umfangreicher Hohlraum bietet 88 Millionen Kubikmeter saisonale Gasreserve effizient

Die technische Anlage bei Frankenthal umfasst zwei zugängliche Kavernen in Tiefen von 700 und 1.000 Metern, die innerhalb einer rechteckigen Fläche von 2,5 Kilometern Länge und einem Kilometer Breite gebohrt wurden. Insgesamt entsteht dadurch ein Speichervolumen von rund 88 Millionen Kubikmetern Erdgas. Diese Kapazität ermöglicht es Betreibern, große Gasmengen saisonal zu verschieben und so Schwankungen in Verbrauch und Nachfrage effizient auszugleichen. Dies erhöht die Flexibilität des Gasmarkts und sichert Versorgung.

Saisonale Gasspeicher aktuell bei 49 Prozent, Tiefststand seit 2011

Die jüngsten Zahlen von Initiative Energien Speichern (Ines) dokumentieren einen aktuellen Füllstand von nur 49 Prozent in den deutschen Untertagesspeichern – der niedrigste Stand seit Inkrafttreten der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2011. Im Vorjahr lag diese Kennzahl um diese Zeit noch bei rund 67 Prozent. Fachkreise erklären die Unterschiede durch veränderte Preisspannen zwischen Sommer und Winter, geringere Einbuchungen sowie durchgestiegene geopolitische Risiken und diskutieren daraus resultierenden Handlungsbedarf.

Gasspeicherfüllstandsziel gesenkt auf siebzig, doch unsichere Lage hemmt Wintervorbereitung

In ihrer Stellungnahme weist BDEW-Präsidentin Kerstin Andreae auf die herabgesetzte Füllstandsvorgabe von 70 Prozent für Gaslager hin. Trotz dieser regulatorischen Erleichterung bleiben die Herausforderungen groß, da hohe Gaspreise infolge anhaltender geopolitischer Spannungen, unter anderem im Iran und an der Straße von Hormus, die Wirtschaftlichkeit der Einspeicherung beeinträchtigen. Energieversorger müssen daher ihre Beschaffungsstrategien überdenken und zusätzliche Risikopuffer für die Wintersaison einplanen. Geplante Anpassungen umfassen Notfallpläne, Preisabsicherungsmodelle und erweiterte Lagerkooperationen zwischen Anbietern.

Leerer Gasuntertagesspeicher: Regionale Anbieter deckten sich rechtzeitig mit Vorräten

Der aktuell leere Frankenthaler Speicher wirkt sich nicht negativ auf Endkunden in der Pfalz aus, da die lokalen Energieversorger ihre Einkaufskapazitäten frühzeitig maximiert und große Gasmengen gesichert haben. Diese regionale Bevorratungsstrategie sorgt für gleichmäßige Lieferungen und schützt Privathaushalte und Unternehmen vor Versorgungsengpässen. Dank der dezentralen Beschaffung bleibt die Abhängigkeit von zentralen Speichern gering und das Preisniveau stabil, selbst bei starkem saisonalem Nachfrageschub. Außerdem bietet sie erhöhte Flexibilität bei geopolitischen Unwägbarkeiten.

Der Untertagesspeicher Frankenthal von Enovos spielt eine zentrale Rolle als saisonaler Ausgleichspuffer für das deutsche Gasnetz. Seine beiden Hohlräume in 700 und 1000 Metern Tiefe bieten 88 Millionen Kubikmeter Arbeitsvolumen für große Gasverschiebungen zwischen Sommer und Winter. Diese Fähigkeit, erhebliche Gasmengen kurzfristig aufzunehmen und freizugeben, mildert Preisschwankungen und absichert Versorgungen während Nachfragespitzen. So leistet er einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Belastbarkeit der regionalen und nationalen Energieversorgung und fördert Resilienz.

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